fusschirurgie
  zehendeformation

Die Fortschritte der letzten Jahre sind enorm. Mit Hilfe modernster Instrumentarien und Implantaten (Schrauben, Klammern, Pins, etc.) können die meisten Hallux valgus- und Zehendeformitäten in kurzer Zeit schmerzarm und mit hervorragenden kosmetischen und funktionellen Langzeitergebnissen behandelt werden. Die frühe Belastung als zentraler Bestandteil vieler Operationstechniken führt zu einer schmerzarmen Mobilisierung und somit zu einer wesentlichen Verkürzung der Rekonvaleszenzzeit.

Bei der Hallux valgus Chirurgie ist ein internationaler Trend zu gelenkserhaltenden Eingriffen zu beobachten. An meiner Abteilung kommt vor allem die klassische Chevron-Osteotomie (Austin-Osteotomie) zur Anwendung. Durch die Einführung von selbstschneidenden kanülierten Schrauben, die durch einen Führungsdraht eingebracht werden und sich selbst fixieren, konnte diese altbewährte Technik deutlich verbessert werden. Die Vorteile liegen auf der Hand: verkürzte OP-Zeiten und verkürzte Krankenstände infolge einer frühen und schmerzarmen Mobilisierung. Die gleichen Implantate kommen zur Anwendung, wenn zur vollständigen Geradstellung der Großzehe zusätzlich eine Ausrichtungskorrektur des Zehenendgliedes notwendig ist. Mit dieser sogenannten Akin-Osteotomie ist in den allermeisten Fällen eine fast vollständige Behebung der Halux valgus Deformität möglich.

Hallux valgus und deren Korrektur mittels Chevron-Osteotomie
  hammer-krallenzehe

Eine weitere häufige Deformität, die zusammen mit der Hallux valgus Fehlstellung auftritt, ist die Hammer- oder Krallenzehe. Üblicherweise wird zu deren Korrektur die sogenannte Hohmann’sche Verkürzungsosteotomie durchgeführt, welche ein erhöhtes Rezidivrisiko beinhaltet.
Deshalb ist ein Trend zur temporären Drahtfixierung des Grund- oder Endgelenks zu beobachten, um so zu verhindern, dass die Zehe nach einiger Zeit wieder in die alte Fehlstellung zurückkehrt. Die operierte Zehe wird mittels eines Kirschner-Drahtes bei sehr guter Alltagsmobilität drei bis vier Wochen fixiert. Vor Verletzungen wird die Drahtspitze mit einem sogenannten K-Fix geschützt.

Hammer- oder Krallenzehe und deren Korrektur mittels temporärer Drahtfixierung
hammerzehen korrektur

  Scarf-osteokomie

Bei komplexen Fußdeformitäten steigt der operative Aufwand. Ist mittels Einlagen oder orthopädischem Schuhwerk keine Schmerzfreiheit zu erzielen, sind oftmals aufwändige operative Eingriffe (Arthrodesen, Resektionsarthroplastiken, eventuell kombiniert mit Mittelfußosteotomien) notwendig. Eine relativ neue Operationsform ist die sogenannte SCARF Osteotomie. Hier wird der Mittelfußknochen z-förmig mit dem Ziel den Winkel zwischen dem 1. und 2. Mittelfußknochen zu verringern durchtrennt. Im Vergleich zur Chevron-Osteotomie können größere Winkel ausgeglichen werden, Operation und Nachbehandlung sind etwas aufwendiger. Manchmal sind neben knöchernen Eingriffen in selber Sitzung Weichteileingriffe notwendig, um ein gutes Operationsergebnis zu erzielen. Entscheidend ist, dass jeder Fuß einer individuellen Betrachtungsweise bedarf. Eine Standard-Methode, mit der alle erdenklichen Fußdeformitäten korrigiert werden können, gibt es nicht. Neben einer exakten präoperativen Untersuchung und Planung obliegt die Wahl der OP-Methode der Erfahrung des Operateurs. Auch gilt die Feststellung, dass oft weniger mehr ist, und eine konservative Vorgehensweise mittels Einlagen oder Orthopädietechnik manchmal die bessere Variante darstellt, um den Patienten zufrieden zu stellen.

SCARF / AKIN-Osteotomie
  morton-neurom

Mittelfußschmerzen haben oft unterschiedliche Ursachen und bedürfen einer exakten Diagnostik, oftmals mittels MRT, um z.B. ein sogenanntes Morton Neurom nicht zu übersehen. Dieser interdigitale, sehr schmerzhafte Nerventumor liegt zwischen den Mittelfußköpfchen. Er täuscht oft Spreizfußbeschwerden vor und es dauert manchmal Monate bis zur Diagnosestellung. Die Resektion bringt in den allermeisten Fällen Beschwerdefreiheit. Der operative Aufwand ist gering, der Krankenhausaufenthalt kurz. In der Mehrzahl sind Mittelfußschmerzen jedoch durch einen entzündlichen Spreizfuß bedingt. Die Behandlung erfolgt zunächst konservativ mittels klassischer Einlage mit retrokapitaler Abstützung. Eine relativ neue Entwicklung stellt die sogenannte sensomotorische Einlagenversorgung dar. Ursprünglich wurde sie zur Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen bei Kindern entwickelt. In letzter Zeit erlangt sie große Popularität als »dynamische« sensomotorische Einlage bei Sportlern, aber auch zunehmend bei Fußproblem jeglicher Art oder nach operativen Eingriffen.

 

Morton Neurom
  sensomotorische Einlagen

Die Versorgung meiner Patienten erfolgt in Kooperation mit Orthopädietechnikern in meiner Ordination im IGIA-Ambulatorium Aigen.

Jeder Einlagenversorgung gehen – neben einer klinischen orthopädischen Untersuchung – eine Videoganganalyse und eine dynamische elektronische Fußdruckmessung voraus. Dabei erfolgt die Messung nicht im passiven Stand, sondern im Laufen (=Dynamik). Auslösende Faktoren von Fußbeschwerden, die häufig erst als Überlastungsschmerz beim Laufen bzw. in der Dynamik auftreten, können so exakt und punktgenau sichtbar gemacht und analysiert werden. Die plantare Fußdruckmessung liefert entscheidende Informationen über die Druckverteilung unter der Fußsohle und somit für die sensomotorische Einlagenversorgung bei Fußproblemen. Ist mittels Einlagen beim Mittelfußschmerz keine Schmerzfreiheit zu erzielen, liegt die Ursache oft in Zehenfehlstellungen in den Mittelfußgelenken, die oft einer operativen Korrektur bedürfen. Mit Hilfe der sogenannten Weil-Osteototomie werden die Metatarsalköpfchen nach hinten versetzt und so aus der Druckzone genommen, was in den meisten Fällen – vor allem bei statischen Problemen – zur Schmerzfreiheit führt.

Sensomotrische Sportlereinlagen
weil-ostetotomie
  Weil-Osteototomie
     
 
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